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Hilfsorganisation

100 Jahre ASB

 
Aus sehr bescheidenen Anfängen ist eine starke Hilfsorganisation geworden: 2010 jährt sich die Erstgründung des ASB Erfurt zum 100 Mal. Gerade 11 Mitglieder fanden sich 1912 auf Initiative der Gewerkschaften zusammen.

Unter der Aufsicht eines Arztes erlernten sie in speziellen Kursen die wichtigsten Handgriffe in der Notfallrettung.
Nach der tiefen Zäsur des Ersten Weltkrieges wurde die Organisation in der Weimarer Republik neu aufgebaut. Es entstanden feste Unfallwachen im Volkshaus und auf dem Johannesplatz, außerdem wurden regelmäßige Einsätze bei sportlichen Veranstaltungen, politischen Versammlungen, im Stadttheater, in Reichshallen und Kaisersaal durchgeführt. Es gab eine Jugendabteilung und eine Haus- und Krankenpflege, bei der sich Samariterinnen besonders um erkrankte Mütter und ihre Haushalte kümmerten. Im Jahr 1930 gab es in Erfurt 160 ASB-Mitglieder.


Dann übernahmen die Nazis die Macht – und verboten den ASB. Auch die Kolonne Erfurt verlor widerrechtlich ihr gesamtes Eigentum. Besonders grausamer Verfolgung unterlag der Verbandsarzt der Samariter, Dr. Oskar Moses, obwohl er viel für das Gesundheitswesen unserer Stadt getan hatte. Auch nach dem Kriegsende gab es durch die sowjetische Administration und durch die DDR leider keine Wiederzulassung des ASB.


Deshalb konnte die Wiedergründung des Arbeiter-Samariter-Bundes erst nach 57 Jahren Pause erfolgen. Traditionsbewusst wählte man 1990 das Datum 12. März. Und legte den Grundstein für die große Hilfs- und Wohlfahrtsorganisation, die der ASB in Erfurt heute ist. Die Arbeiter-Samariter sind nun mit besserer Technik und auf viel mehr Gebieten für ihre Mitmenschen im Einsatz – und doch geschieht dies auch nach 100 Jahren noch im Geist der Gründungszeit.

 

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